Botulinumtoxin gegen Hyperhidrose

Bei der Therapie der Hyperhidrose mittels Botulinumtoxin nutzt man die Tatsache aus, dass die Schweissdrüsen ähnlich der Körpermuskulatur über cholinerge Nervenfasern innerviert sind. Durch Verhinderung der Acetylcholinfreisetzung wird die Aktivierung der Schweissdrüse gestoppt: das behandelte Areal bleibt trocken. Da sich die Nerven aber gleich wie bei der Muskulatur mit der Zeit wieder erholen, führt diese Art der Behandlung nur zu einer temporäreren Besserung der Symptomatik. Allerdings verläuft die Reinervation langsamer als an der Muskulatur, so dass der Effekt bei der Behandlung der Hyperhidrose mit Botulinumtoxin normalerweise zwischen 9 und 12 Monaten anhält.

Die Behandlung der Hyperhidrose mit Botulinumtoxin gilt als äusserst einfache Methode zur Behandlung von übermässigem Schwitzen. Sie eignet sich vor allem gut für die Behandlung der axillären Hyperhidrose (Hyperhidrose im Achselbereich), weil in diesem Bereich kaum mit Schmerzen zu rechnen ist. Anders verhält es sich bei der Behandlung der Hyperhidrose im Bereich der Handflächen und der Fusssohlen. Diese Areale sind äusserst schmerzempfindlich und müssen daher vor jeder Behandlung speziell anästhesiert werden.

Vorgehen bei der Behandlung am Beispiel der axillären Hyperhidrose.
Zunächst muss die Schweisszone identifiziert werden. Dabei ist es natürlich wichtig, dass die betroffene Person am Tag der Behandlung keinen Deo verwendet, da sich sonst die Schweisszone nicht richtig abgrenzen lässt. Eine Anästhesie ist in der Regel im Bereich der Achseln nicht notwendig. Auf Wunsch kann das zu behandelnde Areal mit einer speziellen Anästhesiecreme oder mit etwas Eis unempfindlicher gemacht werden. Nachdem das exakte Schweissareal eingezeichnet ist, wird Botox in vielen kleinen Quaddeln direkt in die Haut eingespritzt. Nach einer Latenzzeit von ca. fünf bis zehn Tagen fängt das Botulinumtoxin an zu wirken und die Schweissproduktion versiegt. Aufgrund der Aussprossung der Nervenfasern und der damit verbundenen Reinervation der therapierten Zonen muss die Behandlung in regelmässigen Abständen, meist alle neun bis zwölf Monate wiederholt werden.

Nebenwirkungen
Wie schon erwähnt, gilt diese Art der Behandlung als äusserst sicher und nebenwirkungsarm. Kleinere Blutergüsse, die nach einigen Tagen spontan abheilen, sind möglich. Als eine eher angenehme Nebenwirkung sieht man bei der Behandlung der axillären Hyperhidrose mit Botulinumtoxin eine deutliche Reduktion des typischen unangenehmen Schweissgeruchs. 

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